Kurzfassung · Workshops, Methoden und Werkzeuge für eine bessere Forschungspraxis
Alles, was heute kommt, steht dauerhaft online.
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Eine Studie berichtet p = .01. Sechs Aussagen. Handzeichen bei jeder, die richtig ist.
Eine Studie vergleicht zwei Gruppen und berichtet p = .01.
Handzeichen bitte. Bei jeder Aussage einzeln.
Keine einzige der sechs Aussagen trifft zu. Sie sind nicht ungenau, sie sind falsch.
~ 90 % der Forschenden interpretieren mindestens eine Aussage zum p-Wert falsch. Haller & Krauss (2002)
auch die Lehrenden Dieselbe Untersuchung zeigt: auch Personen, die Methoden unterrichten, liegen daneben.
Das ist kein Wissensproblem einzelner Personen. Es ist ein strukturelles Problem der Ausbildung.
61 % Falsch-positiv-Rate, wenn übliche fragwürdige Forschungspraktiken (QRPs) zusammenkommen. Simmons et al. (2011)
~ 90 % der Forschenden interpretieren mindestens eine Aussage zum p-Wert falsch. Haller & Krauss (2002)
.05 eine willkürliche Schwelle, die zur Trennung von wahr und falsch geworden ist.
2015 verzichtet Basic and Applied Social Psychology als erstes Journal vollständig auf p-Werte.
The earth is round (p < .05).
Jacob Cohen, 1994
Die Wende
Bessere Alternativen existieren seit Jahrzehnten. Sie sind technisch ausgereift, didaktisch gut beschrieben und in moderner Software niederschwellig verfügbar.
Was fehlt, ist die flächendeckende Anwendung.
Frage 01
Antwort: Effekte und Effektgrößen. Der p-Wert kann das prinzipbedingt nicht.
Frage 02
Antwort: Stichprobenqualität und Stichprobengröße. Nicht jede pauschale Power-Tabelle.
Frage 03
Antwort: Bayesianische Datenanalyse. Wahrscheinlichkeiten für Hypothesen statt Sieger-Verlierer-Schema.
Praktisch jede empirische Studie versucht, eine dieser drei Fragen zu beantworten. Der klassische Signifikanztest beantwortet keine davon vollständig.
Frage 01
Effektgrößen berichten. Unstandardisiert für die Entscheidung, standardisiert für den Vergleich, immer mit Intervall.
4,2 Punkte im BDI-II · d = 0.42, 95 % CI [0.18, 0.66]
Und immer im Vergleich zum eigenen Feld, nicht zu Cohens Faustregel.
Frage 02
Erst Qualität, dann Größe. Mehr Fälle heilen keine Verzerrung. Drop-out ist ein Auswahlmechanismus.
Und statt Power planen wir Präzision: wie schmal soll das Intervall werden?
Fehler halbieren heißt vierfache Stichprobe.
Frage 03
Bayesianisch rechnen. Posterior = Likelihood × Prior / Evidenz.
Mit 87 % Wahrscheinlichkeit ist der Effekt mindestens d = 0.3.
Der Bayes-Faktor liefert auch Evidenz für die Nullhypothese. Das kann der Signifikanztest nicht.
Website-Tour
Alles, was jetzt kommt, ist offen zugänglich. Kostenfrei, ohne Anmeldung, vollständig im Browser.
Weg 01
Strukturiert lernen. Drei Workshops, 18 Kapitel, jedes mit Theorie und einer interaktiven Anwendung.
Weg 02
Themenzentriert einsteigen. Zehn konkrete Fragen, jede führt direkt ins passende Kapitel.
Weg 03
Vertiefen und nachlesen. p-Werte, Effektgrößen, Stichproben, bayesianische Analyse.
Wähle den Einstieg, der zu dir passt. Wer ein konkretes Problem hat, nimmt die Fragen. Wer systematisch lernen will, nimmt die Workshops.
Live auf der Website · scrollbar und klickbar
Workshop 01 · Grundlagen 01
Warum der p-Wert nichts über Bedeutsamkeit aussagt, und wie du Effektgrößen, Praxisrelevanz und Publikationsbias greifbar machst.
6 Kapitel ca. 2 h
Workshop 02 · Methodik 02
Von der Stichprobe zur Population: Verzerrung, p-Hacking, Schätzgenauigkeit und Unsicherheit, anschaulich am SmartRail-Szenario.
5 Kapitel ca. 1.5 h
Workshop 03 · Vertiefung 03
Vom Wahrscheinlichkeitsbegriff bis zur Posterior-Verteilung. Schritt für Schritt, mit interaktiven Beispielen aus dem SmartRail-Szenario.
7 Kapitel ca. 2 h
Die Reihenfolge ist didaktisch: vom Problem (Effekte) über die Methodik (Stichproben) zur Alternative (Bayes). Jeder Workshop steht aber auch für sich.
Nichts davon braucht neue Software oder ein neues Studiendesign. Punkt 1 bis 4 sind Berichtsentscheidungen.
Alles kostenfrei, ohne Anmeldung, vollständig im Browser.
Drei Workshops, 18 Kapitel, dazu Methoden-Seiten und kuratierte Ressourcen. Inhalte unter Creative Commons CC BY 4.0, nutzbar in eigener Lehre.
Geführte Sessions für Institute und Teams sind in Planung.
Kontakt: Thomas Schäfer, Thomas.Schaefer@hmu-erfurt.de
Alles zum Nachlesen
In Trägerschaft der HMU Health and Medical University Erfurt, gefördert durch die VolkswagenStiftung im Rahmen der Förderlinie Pioniervorhaben.
Beyond p-values · gefördert durch die VolkswagenStiftung